St. Paulusweg in der Türkei

Kurz gesagt: Nein, einen Jakobsweg nach Santiago gibt es in der Türkei nicht. Der bekannteste markierte Pilgerweg des Landes ist der St. Paulusweg von Perge bis Yalvaç.
Der St. Paulusweg führt von Perge bei Antalya über das Taurusgebirge ins anatolische Seenland. Über 400 Kilometer gehen Pilger und Trekker auf alten Römerwegen und steigen bis auf etwa 2.200 Meter. Viele denken bei der Türkei nur an Strand und Meer, das Hinterland ist aber eine ganz andere Welt.
Der Name geht auf den Apostel Paulus zurück, der auf seiner ersten Missionsreise von Perge nach Antiochia in Pisidien zog, dem heutigen Yalvaç. Der Weg folgt dieser Richtung, auch wenn der genaue historische Verlauf nicht bekannt ist.
Route und Markierung
Der Weg hat zwei Anfänge: Ein Zweig beginnt an den Ruinen von Perge, der andere am antiken Theater von Aspendos. Beide steigen ins Taurusgebirge auf und treffen sich unterwegs. Weiter geht es durch Schluchten, Bergdörfer und Wälder bis an den Eğirdir-See. Das Ziel sind die Ausgrabungen von Antiochia in Pisidien am Rand von Yalvaç.
Angelegt hat den Weg die britische Wanderautorin Kate Clow, die auch den Lykischen Weg an der Küste markiert hat. Rot-weiße Farbzeichen zeigen den Verlauf. Wegweiser wie auf dem Jakobsweg gibt es kaum, und auf einsamen Abschnitten fehlen auch mal Zeichen. Laden Sie deshalb vor dem Start einen GPS-Track und eine Offline-Karte auf Ihr Handy, Tipps dazu stehen im Beitrag Navigation beim Pilgern.
Pilgern in der Türkei: was es sonst gibt
Einen Jakobsweg nach Santiago gibt es in der Türkei nicht. Wer hier pilgern möchte, geht meist den St. Paulusweg oder besucht einzelne Orte der frühen Christen, etwa Ephesus mit dem Haus der Maria oder die Höhlenkirchen in Kappadokien.
Die Türkei liegt auch auf dem Jerusalemweg, einer langen Route von Europa über Istanbul und Anatolien nach Jerusalem. Er ist kaum ausgebaut, und die Abschnitte im Nahen Osten sind je nach Lage nicht begehbar. Prüfen Sie vor jeder Planung die Reisehinweise des Auswärtigen Amts. Weitere Wege in der Region finden Sie unter Pilgerwege im Nahen Osten.
Anreise und Abreise
Der Startpunkt in Perge liegt nahe dem Flughafen von Antalya, der gut an das europäische Flugnetz angebunden ist. Vom nördlichen Ende in Yalvaç erreichen Sie leicht Eğirdir. Dort gibt es viele Unterkünfte und Verkehrsmittel zurück zur Küste.
Beste Reisezeit
Frühling und Herbst eignen sich am besten. Der Sommer ist zu heiß, in höheren Lagen stoßen Sie bis in den Mai auf Schnee. Ab November wird das Wetter wechselhaft, und längere Regenperioden sind normal.
Übernachtung
Auf den meisten Etappen können Sie bei Dorfbewohnern oder in einfachen Pensionen schlafen. Auf manchen Abschnitten brauchen Sie aber nach wie vor ein Zelt. Dieser Weg ist deutlich einsamer als der Jakobsweg: Packen Sie mehr Wasser ein, nehmen Sie eine Offline-Karte mit, und planen Sie Ihre Etappen vorher genau.
Häufige Fragen
Gibt es einen Jakobsweg in der Türkei?
Nein, einen Jakobsweg nach Santiago gibt es in der Türkei nicht. Der bekannteste markierte Pilgerweg des Landes ist der St. Paulusweg von Perge bis Yalvaç.
Wie ist der St. Paulusweg markiert?
Mit rot-weißen Farbzeichen an Steinen, Bäumen und Mauern. Auf einsamen Abschnitten fehlen manchmal Zeichen, eine Offline-Karte mit GPS-Track ist deshalb wichtig.
Wie lang ist der St. Paulusweg?
Der Weg misst über 400 Kilometer und führt von Perge bei Antalya bis nach Yalvaç im anatolischen Seenland.
Wann ist die beste Zeit für den St. Paulusweg?
Frühling und Herbst. Im Sommer ist es zu heiß, in höheren Lagen liegt bis in den Mai Schnee, und ab November wird das Wetter wechselhaft.